Friday, March 19, 2010

Internet. Das böse Wort.

So. Zunächst mal möchte ich klarstellen, dass ich gegen illegale Downloads bin. Künstler haben ihr Geld verdient. Irgendjemand hier im Wohnheim denkt nicht so. Und er wurde wohl erwischt, wie er irgendwas zum Download bereitstellte. Die Wohnheimbetreiber müssen jetzt 3000 Euro Strafe zahlen. Was aber hat das mit mir zu tun? Nun. Irgendwie ist hier niemand fähig, einen gescheiten Plan für Internetnutzung aufzustellen. Und deswegen kann jetzt auch keiner sagen, wer von uns (ich war es natürlich nicht) böse war.
Und deswegen muss nun auch ich bestraft werden. Und, nur um das nochmal klarzustellen, ich bin strikt gegen das illegale Zeug. Punkt.
So gesehen sollte man denken, ich dürfte kein Problem mit dem Filter haben, den man uns nun eingebaut hat.
Allerdings hält mich dieser Filter nicht nur von illegalen Downloads, sondern von eigentlich auch einem Großteil meiner anderen Downloads ab. Und eigentlich hält er mich auch davon ab, Nachrichten über Musik bei NME oder Rolling Stone zu lesen. Vielleicht kommt der Filter ja aus China, denn auch mit Google, besonders Google News, hat er ein Problem.
Und so sieht meine gewohnte Internetroutine inzwischen etwas anders als vorher aus.
Ich öffne Safari. Wenn ich Glück habe, darf ich Google News besuchen.
Manchmal hab ich Glück.
Wenn ich Glück habe, steht dann irgendwo was Interessantes. Tja, und dann kommt der Moment, in dem ich nie Glück habe. Ich klicke auf einen Artikel, der mich interessiert.
Und dann: Zugriff wurde verweigert.
Ganz egal, ob ich mich für den neuen Film eines umstrittenen Regisseurs oder Lady Gagas neue Frisur interessiere.
Aber das sollte ich wohl verstehen.
Ich darf so was ja auch einfach nicht wissen. Ist ja unwichtig.
Aber gerade diese Belanglosigkeit macht mich so wütend. Eigentlich habe ich nie darüber nachgedacht, wie schön es ist, sinnlose Artikel zu lesen. Bis ich sie nicht mehr lesen konnte. Zugegeben, wir dürfen Adressen, die wir benutzen, freischalten lassen. Problem dabei: Angenommen der stern schreibt über das neue Arcade-Fire-Album. Selbst wenn ich stern.de freischalten ließe, würde in dem Moment, in dem ich den Arcade-Fire-Artikel anklicke die Sperre auftauchen. Denn die reagiert auch, sobald sie irgendein Wort liest, dass sie mit Musik in Verbindung bringt. Oder auch mit Filmen. Oder Serien. Selbst das Wort Film selbst kann schon gefährlich sein. Und so kann es mir passieren, dass ich bei Google, wenn ich ein böses Wort eingebe, den "Zugriff verweigert" bekomme. Auch Wikipedia scheint eine Gefahrenzone zu sein. Warum sonst wird bei dem Versuch, Neuigkeiten über KT Tunstall herauszufinden, der "Zugriff verweigert"?
Ja, meine Interessen liegen oftmals im Musikbereich. Und wäre ich nicht überzeugt, dass Musik bezahlt werden muss, so wären meine Versuche, Google und Wikipedia für meine Machenschaften zu benutzen, sicherlich mit Recht behindert worden. Aber ich nutze lieber iTunes. Oder sollte ich da etwa auch böse Dinge tun? Anscheinend schaffe ich es nicht, bei iTunes KEINE Gefahr für die Musikindustrie zu sein. Denn, bei dem bloßen Versuch, das iTunes-Suchfenster um die Künstlerin Lady Gaga zu bemühen, werde ich sofort gestoppt. Klar. Mein nächster Schritt wäre bestimmt gewesen, Lady Gagas Album illegal bei iTunes über den "Kaufen"-Button zu holen.
Aber heute ging dann alles schief. Denn der Filter hatte das Gefühl, ich könnte der gesamten Filmauswahl bei iTunes zur Gefahr werden und hat mir sicherheitshalber den "Zugriff verweigert". Richtig so. Ich muss wohl ein schlechter Mensch sein, wenn ich jetzt nicht mal mehr für Musik bezahlen darf.
Mal sehen, was mich morgen erwartet.

Internet - der Anfang.

Kennt Ihr das, wenn man sich so richtig beschissen fühlt? Ohne zu wissen, warum. Vielleicht sind es einfach zu viele Scheißbatzen, die gerade auf mich einprasseln. Die Zusatzarbeit von meiner Chefin könnte das geringste Übel sein. Als Auszubildender soll es einem ja schlecht gehen. Viel wichtiger ist, dass ich den falschen Beruf "gewählt" habe. Ja, Gänsefüßchen. Beim Vorlesen hört man die gar nicht. Aber sie sind da. Ich habe meine Ausbildung eigentlich nur meiner Mutter zuliebe angefangen. Und langsam geht mir die Luft aus. Es wird nicht besser.
Ich sitze also hier. Und irgendwie bedrückt mich alles, ohne, dass ich erkennen könnte, was genau mich so fertig macht. Es ist keiner da, der mich ablenken könnte. Deswegen blogge ich auch. Mal wieder. Nachdem ich zuletzt vor wohl fast 2 Jahren aus meinem Elternhaus gebloggt hatte.
Eigentlich kann ich froh sein, dass ich überhaupt gerade bloggen kann. Das schlimmste, was mir momentan widerfährt ist nämlich das, was hier, wo ich wohne, Internet heisst. Es heisst aber nur so, weil noch niemand dagegen geklagt hat. Wer auch? Ich komme mir vor, als bin ich der Einzige, den die Situation hier wütend genug macht, sich zu beschweren.